Moderne Technik und Opas Weisheit  

 

In unserer heutigen Welt geht einiges sehr schnell
und in vielen Bereichen ist dies auch angenehm.
Auch im Bauwesen bieten uns neue technische Errungenschaften eine schnellere und präzisere Abwicklung von Arbeitsgängen. Die Vielzahl von neuen Baustoffen mit ihren tollen Eigenschaften geben uns als Handwerker Möglichkeiten, von denen die "Alten" nur träumen konnten.

Doch hat alles auch eine Kehrseite, durch die rasante Entwicklung kommt leider erst die Vermarktung und dann die Empirie. Zu sehen ist dies an den  Bauschäden, die bei unsachgerechten Altbausanierungen in den letzten Jahren produziert wurden.  

In den Jahren meiner beruflichen Tätigkeit durfte ich immer wieder mit Handwerkern und Planern zusammenarbeiten, die sich bei Gebäude-sanierungen  die Frage stellten, wie hätten die "Alten" das gemacht und was können und wissen wir heute wirklich besser. Meist kam dabei ein Sanierungsansatz zustande, der der bestehenden Bausubstanz und dem Bauherrn gerechter wurde, als der blinde Verlass auf die Datenblätter der modernen Baustoffhersteller. Setzt sich dieses Denken einmal fest, wird aus dem Puzzle der bestandsgerechten Sanierung ein fertiges Bild.
Leider wird das Wissen über vergangene Arbeitsweisen und historische Baustoffe immer mehr den Archäologen überlassen, obwohl diese, so gut sie ihren Job auch machen, wohl nicht kommen und Ihre Liegenschaft sanieren. Dabei ist die handwerkliche Welt unserer "Alten" heutzutage aktueller den je. Hervorzuheben ist hierbei die Verwendung lokal verfügbarer Materialien, die vor der Erfindung der Eisenbahn selbstverständlich war. Die verarbeiteten Baustoffe benötigten vom Rohstoff bis zum fertigen Baustoff einen Bruchteil der Energie im Vergleich zu heutigen Baustoffen.  Und trotzdem stehen diese Häuser noch heute.
Aus diesem Grund suchen wir die Basis unserer Arbeit in der Verwendung moderner Technik, aber nicht ohne diese dem kritischen Blick vorangegangener Handwerkergenerationen zu unterwerfen.